DeepSeek ist im August vom unübersichtlichen Modellkatalog zu einer brauchbaren Produktentscheidung geworden. Pro ist die stärkere API für schwierige Coding- und Agentenaufgaben, Flash die günstigere Variante für Volumen, Vision-Exp ein noch experimenteller Bildpfad. Lokal bleibt die Lage härter: V4-Flash lief in meinem Lab auf einer DGX Spark mit 128 GB, aber nur als stark quantisierte Community-GGUF. Wer eine normale Workstation besitzt, bekommt damit noch keinen alltagstauglichen V4-Pfad.
Kurzentscheidung
Für anspruchsvolle Coding- und Agentenaufgaben ist die API-ID deepseek-v4-pro mit Version DeepSeek-V4-Pro-0813 der Kandidat. Für Klassifikation, Extraktion und andere Volumenlasten ist deepseek-v4-flash mit Version DeepSeek-V4-Flash-0731 günstiger; bei Cache Miss und Output kostet Flash ein Drittel von Pro. Vision-Exp gehört in Prototypen. Für lokalen V4-Betrieb gibt es keinen belastbaren Consumer-Pfad: Der dokumentierte Flash-Lauf auf 128 GB Unified Memory ist ein Labortest, keine Workstation-Empfehlung.
Auf normaler Consumer-Hardware sind Qwen und Gemma 4 die realistischeren lokalen Alternativen, weil aktuelle DeepSeek-V4-Modelle selbst stark quantisiert weit mehr Speicher verlangen.
Welche DeepSeek Modelle sind aktuell?
DeepSeek Hardware-Entscheidungen beginnen mit der Modellwahl, und die hat sich im August 2026 sortiert. Die Models-&-Pricing-Seite führt genau drei API-IDs: deepseek-v4-pro als DeepSeek-V4-Pro-0813, deepseek-v4-flash als DeepSeek-V4-Flash-0731 und deepseek-v4-flash-vision-exp. Die alten Namen deepseek-chat und deepseek-reasoner tauchen dort nicht mehr auf.
V4-Pro-0813 ist der wichtigste Punkt dieses Updates: am 13. August als allgemein verfügbar gemeldet, mit nativer Responses API und laut DeepSeek für Codex angepasst. Der frühere Vorbehalt einer ausstehenden Pro-Freigabe gilt nicht mehr. Flash-0731 ist seit dem 31. Juli offiziell MIT-Open-Weight. Beide sind MoE-Architekturen: Flash mit 284 Milliarden Gesamt- und 13 Milliarden aktiven Parametern, Pro mit 1,6 Billionen Gesamt- und 49 Milliarden aktiven Parametern, beide mit 1M Kontext und Instruct-Gewichten in gemischter FP4/FP8-Präzision unter MIT-Lizenz.
Vision-Exp steht seit dem 21. August in einer eigenen Kategorie: Text- und Bildinput über Chat Completions, Messages und Responses, Abrechnung mit bis zu 384 Tokens pro Bild. Einen Open-Weight-Checkpoint nennt DeepSeek dafür nicht; für Selbstbetrieb fällt das Modell damit aus.
| Modell | Parameter | Typ | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| DeepSeek V4-Pro-0813 | 1,6T gesamt / 49B aktiv | MoE, API (GA) + Open Weight | GA seit 13.8.2026, 1M Kontext, max. 384K Output, Responses API nativ, Codex-angepasst, Gewichte FP4/FP8 unter MIT |
| DeepSeek V4-Flash-0731 | 284B gesamt / 13B aktiv | MoE, API + Open Weight | MIT-Open-Weight seit 31.7.2026, 1M Kontext, max. 384K Output, günstigste V4-Preisstufe, FIM nur Non-Thinking |
| deepseek-v4-flash-vision-exp | nicht offiziell angegeben | API-only, experimentell | Seit 21.8.2026, Text- und Bildinput, bis 384 Tokens pro Bild, 1M Kontext, kein FIM, kein Open-Weight-Checkpoint |
Parameterzahlen aus den offiziellen Modellkarten, API-Angaben aus der Models-&-Pricing-Seite.
DeepSeek V4 lokal: Was auf eigener Hardware möglich ist
Die offiziellen V4-Gewichte sind für Rechenzentrumspfade gedacht. Der einzige hier praktisch geprüfte Einzelmaschinenweg ist eine stark quantisierte Community-GGUF von V4-Flash. Sie lief auf 128 GB Unified Memory, sagt aber nichts über offizielles FP4/FP8-Serving oder produktiven Durchsatz aus.
| Modell | VRAM/RAM BF16 | VRAM/RAM Q4 | Typische Hardware |
|---|---|---|---|
| V4-Flash-0731 | nicht offiziell angegeben; Gewichte in FP4/FP8 | kein offizieller Q4-Wert; 84,7 GiB nur als Community-IQ2-GGUF (2 Bit) | DGX Spark 128 GB Unified Memory als Labpfad, bei 32K stabil; Community-IQ2-GGUF ausserhalb der offiziellen FP4/FP8-Serving-Pfade, kein Produktionsbeweis |
| V4-Pro-0813 | nicht belastbar angegeben | nicht belastbar bewertbar | kein belastbarer oder offiziell dokumentierter Client-Pfad; offizielle Serving-Pfade vLLM und SGLang auf Multi-Beschleuniger-Knoten |
Unified Memory ist kein dedizierter Grafikspeicher. Von den 128 GB der DGX Spark stehen Modell, Runtime, KV-Cache und System gemeinsam im selben Pool. Dass die IQ2-GGUF startet und bei 32K stabil bleibt, ist deshalb ein enger Betriebsbefund für genau diese Kombination.
Signal der Woche abonnieren
Eine Nachricht. Eine Analyse. Jeden Freitag im Newsletter.
Kostenlos als Member. Gratis abonnieren
Was der lokale V4-Flash-Test tatsächlich zeigt
Dass 284 Milliarden Parameter auf einer einzelnen 128-GB-Maschine überhaupt starten, habe ich im Lab zu V4-Flash auf DGX Spark geprüft. Möglich wurde das durch eine 84,7 GiB grosse Community-IQ2-GGUF mit zwei Bit, ausserhalb von DeepSeeks offiziellem FP4/FP8-Pfad. Bei 32K Kontext lief diese Kombination stabil.
Die Grenze ist genauso wichtig wie das Ergebnis. Der Test belegt weder einen offiziellen Serving-Pfad noch wirtschaftlichen Produktionsbetrieb. Für V4-Pro nennt DeepSeek keine belastbare Einzelmaschinenkonfiguration. Die offiziellen vLLM- und SGLang-Rezepte zielen auf Multi-Beschleuniger-Knoten, weil Gewichtsspeicher, Expert Placement, MoE-Routing und Gerätekommunikation gemeinsam gelöst werden müssen. Zwei Consumer-GPUs ergeben dabei nicht automatisch einen zusammenhängenden Speicherpool.
DeepSeek API: Pro, Flash und Vision-Exp
Alle drei API-Modelle liefern laut Models-&-Pricing-Seite 1M Kontext, maximal 384K Output-Tokens, JSON-Output und Tool Calls über Chat Completions, die Responses API und eine Anthropic-kompatible API. Fill-in-the-Middle bleibt eingeschränkt: Flash und Pro beherrschen es nur im Non-Thinking-Modus, Vision-Exp gar nicht.
Beim Reasoning Effort drohen Fehlmessungen. Thinking ist bei Flash und Pro standardmässig aktiv, der Default-Effort ist high, und die Doku kennt genau drei Stufen: low, high und max. Wer medium oder xhigh sendet, bekommt intern high. Das erklärt, warum Effort-Experimente mit selbst erfundenen Zwischenstufen identische Ergebnisse liefern und trotzdem als saubere Messreihe gelten. Im Thinking-Modus greifen temperature, top_p, presence_penalty und frequency_penalty laut aktueller Doku nicht mehr. Beim Tool Calling muss reasoning_content in Folgeturns vollständig zurückgereicht werden, sonst kann die API mit HTTP 400 antworten. Symptom sind Agenten-Loops, die nach dem zweiten oder dritten Werkzeugaufruf abbrechen, meist weil eine Middleware den Verlauf kürzt.
Die seit dem 16. August geltende Preisliste unterscheidet Peak und Off-Peak. Peak ist Montag bis Freitag von 01:00 bis 04:00 und von 06:00 bis 10:00 UTC, alle übrigen Zeiten sind off-peak. Flash und Vision-Exp kosten pro Million Tokens 0,007 US-Dollar Cache-Hit-Input off-peak und 0,014 US-Dollar peak, 0,22 respektive 0,44 US-Dollar bei Cache Miss sowie 0,66 respektive 1,32 US-Dollar Output. Pro liegt beim Cache Hit bei 0,022 und 0,044 US-Dollar, bei Cache Miss und Output beim Dreifachen der Flash-Werte: 0,66 und 1,32 US-Dollar Cache Miss, 1,98 und 3,96 US-Dollar Output. Für europäische Betreiber sind diese festen UTC-Fenster ein planbarer Hebel für zeitlich verschiebbare Last.
Zu den Herstellerwerten für Pro-0813 gehört ein Caveat. Terminal Bench 2.1 mit 87,9, NL2Repo mit 61,5 und DeepSWE mit 62,7 hat DeepSeek mit eigenem Harness im Minimal-Modus gemessen, bei max effort, top_p 0,95 und temperature 1,0. DSBench-FullStack und DSBench-Hard sind interne Testsets. Das sind Herstellerangaben und keine AISyndicate-eigenen Messungen, nur eingeschränkt vergleichbar, weil Harness, Effort-Stufe und Prompting variieren.
API oder Self-Hosting?
Bei API-Nutzung liegen Anfragen und Antworten auf Servern des Anbieters. Für regulierte Branchen sind Auftragsverarbeitung, Log-Retention und Exit-Optionen vorab zu klären und zu dokumentieren; pauschale Ausschlüsse sind aber selten begründet.
Ob eigene V4-Hardware günstiger wird, bleibt hier offen, weil dieser Artikel kein Kostenmodell aufmacht. Anschaffung, Auslastung, Strom, Abschreibung und Betriebsaufwand müssten gegen die Token-Preise gerechnet werden. Der lokale Flash-Lauf zeigt technische Machbarkeit unter starker Quantisierung, noch keinen wirtschaftlichen Vorteil.
Ist DeepSeek V4-Pro allgemein verfügbar?
Ja, seit dem 13. August 2026. Aktuelle Version ist DeepSeek-V4-Pro-0813 mit nativer Responses API.
Welche Reasoning-Effort-Stufen gibt es?
Low, high und max, Default ist high. Medium und xhigh werden intern auf high gemappt.
Warum liefert die API bei Tool Calls HTTP 400?
Häufigste Ursache ist ein gekürzter Verlauf. Der Inhalt von reasoning_content muss in Folgeturns vollständig weitergereicht werden.
Kann DeepSeek V4 auf einer Workstation laufen?
V4-Flash lief im AISyndicate-Lab als stark quantisierte 84,7-GiB-IQ2-GGUF auf 128 GB Unified Memory. Das ist ein Community-Labpfad und keine allgemeine Workstation- oder Produktionsfreigabe.
- →DeepSeek API Docs: Models & Pricing
- →DeepSeek News 13.8.2026: V4-Pro-0813 GA
- →DeepSeek News 21.8.2026: deepseek-v4-flash-vision-exp
- →DeepSeek API Docs: Thinking Mode und Reasoning Effort
- →DeepSeek API Docs: Change Log
- →Hugging Face: DeepSeek-V4-Pro Modellkarte
- →NVIDIA DGX Spark: offizielle Produktseite