Amazon und OpenAI machen gemeinsame Sache auf AWS und zwar einen Tag nachdem Microsoft seine Exklusivrechte aufgegeben hatte. Gleichzeitig zwingt Peking Meta, die zwei Milliarden Dollar teure Übernahme des KI-Startups Manus rückabzuwickeln. Dazu meldet sich DeepSeek mit V4 zurück, und eine Studie belegt: 35 Prozent aller neuen Websites waren Mitte 2025 KI-generiert.
Amazon und OpenAI: Partnerschaft auf AWS
Ein Tag nachdem OpenAI von Microsoft das Ende der Exklusivrechte erwirkt hatte, kündigte Amazon Web Services eine Reihe von OpenAI-Produkten auf der eigenen Cloud-Plattform an. Dazu gehören OpenAI-Modelle über Amazon Bedrock sowie ein neuer Managed Agent Service, der auch Codex einschliesst. Die Ankündigung zeigt, wie schnell sich die Distributionslandschaft für KI-Modelle verändert: OpenAI ist nun auf allen grossen Cloud-Plattformen verfügbar und muss sich nicht mehr auf eine einzige Partnerschaft stützen. Für AWS bedeutet es, dass die Plattform die gefragtesten Modelle direkt anbieten kann – ohne Kunden zu verlieren, die OpenAI-Produkte bevorzugen. Nicht zuletzt ist der Schritt auch ein Signal an die Enterprise-Kundschaft: Wer OpenAI will, muss künftig nicht mehr zwingend zu Azure wechseln.
China stoppt Metas Manus-Übernahme
Chinas Wirtschaftsbehörde NDRC hat Meta angeordnet, die bereits abgeschlossene zwei Milliarden Dollar teure Übernahme des KI-Startups Manus rückabzuwickeln. Pikant: Meta hat die Technologie bereits in eigene Produkte integriert, was eine Rückabwicklung technisch komplex macht. Als mögliche Auswege gelten ein Weiterverkauf oder die Rückgabe der Anteile an Altinvestoren. Peking begründet den Schritt mit dem Schutz der eigenen technologischen Basis. Beobachter werten die Massnahme auch als Verhandlungsmasse für den geplanten Xi-Trump-Gipfel. Die Frage nach digitaler Souveränität – wer über KI-Technologie tatsächlich verfügt und wer sie nur lizenziert – stellt sich damit nicht nur in Europa.
DeepSeek V4 erhöht den Druck
DeepSeek hat mit V4 erneut Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das chinesische Labor liefert ein Modell, das laut Benchmarks mit westlichen Frontier-Modellen mithalten kann – bei deutlich geringeren Trainingskosten. Das Muster ist bekannt: DeepSeek zeigt wiederholt, dass der Abstand zwischen Open-Source- und proprietären Modellen kleiner wird. Für OpenAI, Anthropic und Google steigt damit der Druck, nicht nur bei Fähigkeiten, sondern auch bei Effizienz konkurrenzfähig zu bleiben.
35 Prozent aller neuen Websites KI-generiert
Eine Studie des Imperial College London, des Internet Archive und der Stanford University hat Websites aus der Wayback Machine ausgewertet. Ergebnis: Rund 35 Prozent aller neu veröffentlichten englischsprachigen Websites waren Mitte 2025 ganz oder teilweise KI-generiert – vor dem ChatGPT-Launch Ende 2022 lag dieser Anteil bei nahezu null. Die Forscherinnen und Forscher betonen, dass die tatsächlichen Auswirkungen von der öffentlichen Wahrnehmung abweichen: Ein Grossteil des KI-generierten Texts findet sich in Nischenbereichen, nicht zwingend in redaktionell kuratierten Medien. Für den DACH-Raum liegen keine separaten Zahlen vor, die Tendenz dürfte sich jedoch ähnlich entwickeln.
- → TechCrunch – Amazon is already offering new OpenAI products on AWS
- → The Decoder – China blockiert Metas 2-Milliarden-Dollar-Übernahme von KI-Start-up Manus
- → The Deep View – DeepSeek V4 puts frontier labs on notice again
- → The Decoder – Studie: 35 Prozent aller neuen Websites sind Mitte 2025 KI-generiert